Diskret: Partnertausch im „Insider“

Im Swinger-Club passiert hinter geschlossenen Türen, worüber sonst niemand redet
 
Mengen Viele interessiert, was in einem Swinger-Club passiert. Aber nur wenige reden offen darüber und den Job von Dirk K. (Name von der Redaktion geändert) würden die wenigsten freiwillig übernehmen. Nicht weil die Arbeit nicht gefällt, sondern eher weil einem Swinger-Club nun mal ein gewisser Ruf vorauseilt. Ob Paare oder Singles, einem unverbindlichen Abenteuer hinter verschlossenen Türen und noch fester verschlossenen Lippen steht hier nichts im Weg.

Tatsächlich ist ein Swinger-Club – auch der am Mengener Bahnhof – bei Tageslicht recht unspektakulär. Die Einrichtung in dem dreistöckigen Haus lässt zumindest auf den ersten Blick nicht erahnen, was des Nachts hier passiert. Ein weißes Ledersofa begrüßt Besucher einladend. Gegenüber können Gäste an einer Bar Platz nehmen. Es gibt eine kleine Tanzfläche samt Discokugel und Lichtshow. Der erste Eindruck verrät nicht mehr als eine Kneipe – nur haben die Gäste am Abend nicht unbedingt das an, was man in einer Kneipe tragen würde.

„Es ist relativ gut angekommen.“ Man müsse den Leuten gegenüber offen sein und immer einen lockeren Spruch auf den Lippen haben, weiß er. So schön er den Abend für seine Gäste aber auch gestalten möchte, so klar sind auch einige Grundregeln. „Wir sind hier kein Puff“, betont er ganz deutlich und „was die Frauen sagen, ist oberstes Gebot.“

Das Motto ist „alles kann, nichts muss“ und das wiederholt Dirk K. auch gerne einige Male insbesondere für Leute, die sich das erste Mal ins Insider wagen und verlegen und unentschlossen sind, aber auch für jene die meinen für Geld eine Garantie auf Sex kaufen zu können.

„Am Anfang konnte ich mir das selbst gar nicht vorstellen“, erinnert er sich zurück, als er seine heutigen Gäste – diese kommen zum Teil aus Mengen, aber oft auch aus Ulm, Österreich und der Schweiz – noch so gar nicht verstehen konnte. Der häufigste Grund für das Scheitern einer Beziehung sei schließlich, dass ein Partner fremdgeht.

Kondome für Abenteuer in den verschiedenen Räumen – es gibt beispielsweise ein kuscheliges Zimmer für Zweisamkeit aber auch eine große Matratze mit viel Platz für mehrere Personen – liegen jederzeit bereit. „Wenn man nichts macht, dann geht man halt wieder“, beharrt Dirk K. auf seinem Grundsatz der Freiwilligkeit.

Aber die Neugier bleibt. „Es vergeht kein Abend an dem nicht neue Leute vorbeischauen.“ Da sei es sehr schwer abzuschätzen, ob es in dem Swinger-Club voll wird oder die Nacht beim Flaschendrehen in kleiner Runde endet. Aber auch dann gilt: „Was hier drin gesprochen wird, bleibt hier drin

(Erschienen: 07.06.2011 10:05)